BASEBALL Alligators-Rückkehrer Nils Hartkopf ist einer von drei Solingern im Kader für die Europameisterschaften in Stuttgart.
Von Martin Auer
„Knipper, hau einen raus“, ertönt ein Anfeuerungsruf von der Alligators-Tribüne, als die Nummer 27 der Solinger an den Schlag tritt. Der alte Spitzname von Nils Hartkopf ist nach fast vier Jahren Pause wieder aktuell am Weyersberg. Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2006 hatte sich der heute 24-Jährige in Richtung Mainz Athletics verabschiedet, mit denen er 2007 gleich nochmal Deutscher Meister wurde. Seit dieser Saison spielt der „Knipper“ wieder in Grün-Weiß, also da, wo er nach Ansicht der Alligators-Fans sowieso hingehört.
EM-Vorbereitung in Heidenheim
Derzeit befindet sich Nils Hartkopf allerdings 500 Kilometer von Solingen entfernt im Trainingslager des deutschen Nationalteams in Heidenheim. In genau einer Woche beginnt die Europameisterschaft, für die Gastgeber mit der Partie gegen die Ukraine in Stuttgart. Von den Alligators stehen André Hughes und Dominik Wulf ebenfalls in der deutschen Auswahl, die beiden haben längst dafür gesorgt, dass Nils Hartkopf auch im Team von Bundestrainer Greg Frady den Namen „Knipper“ weg hat. „Meine Mutter hat mich oft so genannt, und André hat, als er damals von Hochdahl zu den Alligators kam, häufig bei uns übernachtet“, erzählt Nils Hartkopf, der offen lässt, wie er selbst zu dem Spitznamen steht.
Den richtigen Sprung ins Nationalteam hat der Pitcher und Infielder in Mainz geschafft. „Ich hatte vorher schon mal Einladungen, aber fest bin ich erst seit zwei Jahren dabei“, erklärt der 25-fache Nationalspieler. Nach Mainz ging er vor vier Jahren, weil er dort eine Ausbildungsstelle als Bürokaufmann in einem Zeitungsverlag antreten konnte. „Aber ich habe mich bei den Athletics auch persönlich und als Pitcher weiterentwickelt“, ist sich Nils Hartkopf sicher.
Dass die Positionen auf dem Wurfhügel bei den Alligators so hervorragend besetzt sind, hätte den 24-Jährigen beinahe von der Rückkehr nach Solingen abgehalten. Aber im Herbst letzten Jahres wurden in seinem Verlag die fertigen Azubis nicht übernommen, und gleichzeitig tauchte Alligators-Vorstand Guido Götze mit einem Job-Angebot auf. „Er hat mir quasi keine Chance gelassen“, flachst Nils Hartkopf, der im Alligators-Team seinen Stammplatz als Infielder hat, aber vor kurzem auch das Europapokal-Endspiel am Weyersberg werfen durfte. Vor allem als Pitcher steht er aber auch im Aufgebot des Bundestrainers. „Ich glaube nicht, dass ich bei der EM auch offensiv zum Einsatz komme“, sagt Nils Hartkopf.