PHANTOM DER OPER Neuinszenierung gefiel im Theater als frische Variante.
Mystische Stimmung auf dem Friedhof von Montmartre, ein prunkvoller Ballsaal oder schaurige Katakomben - am Dienstag wurde das Solinger Publikum in die zauberhafte Welt des „Phantoms der Oper“ entführt. Im Mittelpunkt die Hauptakteure, mit herausragender Stimmgewalt besonders die gebürtige Bostonerin Deborah Sasson in der Rolle der Christine (Höhepunkt: Arie Habanera aus „Carmen“).
Ebenso überzeugend und mit schönen Stimmen: Axel Olzinger als Phantom und Joachim Sautter als Raoul. Die Sänger boten einen überzeugenden Wechsel zwischen modernen Musicalmelodien sowie Klassik mit Stücken von Strauß, Puccini und Verdi. Komische Akzente, gut eingepasst in das Gesamtbild, setzten besonders die Operndirektoren sowie Carlotta (Sonja Heiermann ist gebürtige Solingerin) und der Kommissar mit ihren Comic- und Slapstickelementen. Ein Live-Orchester lieferte den illustren Rahmen für den Abend.
Das opulente Bühnenbild, das während der Tour täglich auf- und wieder abgebaut werden muss, bot einen fantastischen Hintergrund. Ein ganzer Reigen von Spezialeffekten ließ den Zuschauer vollends in der Illusion der Geschichte aufgehen. Nicht das berühmte Musical von Andrew Lloyd Webber und Richard Stilgoe präsentierte sich hier, sondern eine Neuinszenierung von Filmkomponist und BBC-Dirigent Peter Moss gemeinsam mit den Produzenten Ukrich Gerhartz und Saiha Raschen.
Auch wenn es sich um eine völlige Neuinterpretation des Stoffes von Leroux handelte, so stellte sie mit ihrem gekonnten Wechsel von Gags und Dramatik, Pop-Musik und Klassik, toller Schauspielkunst und großartigem stimmlichen Können der Webber-Version eine erfrischende und ebenso sehens- wie hörenswerte Variante entgegen. sf