GIESEN & FORSTHOFF Der Familienbetrieb setzt auf Werbeartikel, stellt aber auch hochwertige Rasiermesser her.
Heute machen Peter und Christian Giesen Werbung in eigener Sache: Zum ersten Mal hat das 1920 gegründete Unternehmen seine Hauptkunden für Werbeartikel nach Solingen eingeladen. „Von 22 Premium-Partnern haben 18 zugesagt“, freuen sich die Brüder. „Wir wollen zu den alten Tugenden zurück und uns auf 20 bis 30 Handelsvertreter in Deutschland konzentrieren.“
Die Geschäftspartner kommen von Kiel bis zum Chiemsee. Gestern zeigten ihnen die Brüder zunächst das Klingenmuseum. Es erhält am kommenden Dienstag als Dauerleihgabe ein gut zwei Kilogramm schweres Taschenmesser. Das rund 20 Jahre alte Ausstellungsstück (Foto) repräsentiert einen Teil der Fertigung von Giesen & Forsthoff, die „praktischen Alleskönner“.
„Wir stehen auf verschiedenen Beinen“, sagt Christian Giesen. Hochwertige Werbeartikel für das Inland sind ein wichtiges Segment. „Im 1974 gegründeten Arbeitskreis Werbemittel sind wir mit der schönen Nummer 12 Gründungsmitglied“, erläutern die geschäftsführenden Gesellschafter.
Das seit 1945 alleine von der Familie Giesen geführte Unternehmen ist aber auch Mitglied im Industrieverband Schneid- und Haushaltwaren. Maniküre- sowie Pediküre-Artikel sorgen für den größten Teil am Umsatz. Sie werden vor allem nach Skandinavien, England, Nordamerika und Fernost exportiert.
Im Ausland sind auch die Rasierartikel des Zehn-Mitarbeiter-Betriebs gefragt, der bereits seit 1924 an der Baumstraße produziert. „Das Nassrasieren ist wieder sehr, sehr in“, betont Peter Giesen. „Das ist in den letzten zwei Jahren mehr geworden.“ Die Rasiermesser werden teilweise unter der Traditionsmarke Timor angeboten.
Nicht alle Produkte von Giesen & Forsthoff sind aber made in Solingen. „Man muss schon komplette Sortimente anbieten können“, erläutert Christian Giesen, warum rund 30 Prozent der Artikel Handelsware sind. „Seit 2008 sind wir Mitglied der Business Social Compliance Initiative BSCI.“ So wird sichergestellt, dass die Zulieferer bestimmte soziale Standards erfüllen.
Ob aus eigener Fertigung oder zugeliefert: Peter und Christian Giesen wollen ihren Gästen heute viele Neuheiten präsentieren. „Das letzte Jahr war nach langer Dürre wieder gut“, sagt Peter Giesen und hofft, dass die Konjunktur nicht einbricht. „Dass der Euro auf dem Rückmarsch ist, wird dem Export helfen.“ flm