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02.02.2012 13:30
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Geschäftslage so gut wie lange nicht

Von Fred Lothar Melchior

„Erfreulich gut“: IHK-Präsident Friedhelm Sträter reichen zwei Worte, um die Wirtschaftslage im Kammerbezirk zu beschreiben. Die Unternehmen machten glänzende Geschäfte, meldet die IHK nach ihrer Umfrage zum Jahresanfang: Der Geschäftslageindex hat mit plus 49 Rekordniveau erreicht – zumindest was die letzten beiden Jahrzehnte angeht. Die Skala geht von minus 100 bis plus 100 und gibt die Differenz zwischen guten und schlechten Bewertungen wieder.

Spitzenreiter in Sachen Optimismus sind die Remscheider Firmen mit plus 66. In Solingen werden 54 Punkte erreicht – nach 23 im Herbst 2011 und 34 vor einem Jahr. Einen besseren Wert als den aktuellen gab es mit 59 nur Anfang 2008.

Verkehrsgewerbe klagt über
die hohen Kraftstoffpreise

Am zufriedensten ist man in den Industriebetrieben: Fast zwei Drittel der Chefs bewerten die Lage als gut, nur jeder zwanzigste Befragte (5 %) hält sie für schlecht. Noch weniger Pessimisten gibt es bei den Dienstleistern (2 %) und den Händlern (3 %). Von den Kreditinstituten kommt gar kein „Schlecht“. Lediglich bei den Verkehrsbetrieben ist der Index negativ: Speditionen und Taxibetriebe klagen über die Kraftstoffpreise.

Hohe Energie- und Rohstoffpreise machen auch anderen Befragten Sorgen: Mit 69 Prozent rangiert dieses Risiko vor ungünstigeren wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (50 %) sowie einer schwächeren Nachfrage (Ausland: 46, Inland: 42 %). Trotzdem überwiegen für die nächsten zwölf Monate die positiven Erwartungen.

In den befragten 310 Unternehmen – sie beschäftigen rund 21 500 Männer und Frauen – ist man etwas zuversichtlicher als im Herbst 2011: 17 Prozent der Firmen erwarten eine verbesserte Lage, 73 Prozent eine gleichbleibende. Was das Jahr speziell für die Klingenstadt bringt, kann Friedhelm Sträter noch nicht sagen. „Wir warten die Messen ab.“ Bei der „Ambiente“ in Frankfurt sind vom 10. bis zum 14. Februar 36 Solinger Aussteller vertreten. Die meisten kommen aus der Stahlwarenbranche.

Wie sich der Arbeitsmarkt entwickelt, deutet sich dagegen bereits an: „Der Beschäftigungsaufschwung in der Region erreicht sein Ende“, erläutert Sträter. Zwar suche noch ein Viertel der Betriebe Mitarbeiter; langfristig wollen die Firmen aber vor allem stärker ausbilden.