EVANGELISCHE KIRCHE Wahlbeteiligung lag bei 7,3 Prozent. Spitzenreiter waren kleine Gemeinden.
Deutlich weniger Wähler als vor vier Jahren haben bei den Presbyteriumswahlen der evangelischen Kirchengemeinden am Wochenende ihr Kreuzchen gemacht. Nur noch 7,3 Prozent der Gemeindemitglieder, insgesamt 2863 evangelische Solinger, gaben ihre Stimme ab. Bei der Presbyteriumswahl 2008 waren es noch knapp 10,9 Prozent gewesen. Gewählt wurde in sieben Gemeinden. In Ketzberg, Gräfrath und Merscheid war das nicht nötig: Dort gab es exakt so viele Bewerber, wie sie für ein Presbyterium benötigt werden.
„Wir finden es schade, dass so viele Gemeindemitglieder ihre Mitgestaltungsmöglichkeit nicht genutzt und von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch gemacht haben“, sagt Pfarrer Thomas Förster, Pressesprecher des Evangelischen Kirchenkreises. Noch die höchste Beteiligung verzeichnete die Gemeinde Widdert, wo 14,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben, gefolgt von Rupelrath (14,3 Prozent). „Kleine Gemeinden haben es offenbar leichter, ihre Mitglieder zu mobilisieren.“ Die Wahlbeteiligung wird in den Gemeinden, aber auch auf Landeskirchen-Ebene Thema sein.
In der Lutherkirchengemeinde gingen 6,5 Prozent der Mitglieder an die Urnen – trotz der geplanten Kirchenschließung. „Es hätten mehr sein können“, sagt Pfarrerin Michaela Röhr. „Wir waren aber froh, dass wir überhaupt eine Wahl hatten.“ Seit 2010 hatte ein Bevollmächtigtenausschuss die Gemeinde geleitet. Der jüngste gewählte Presbyter ist der 18-jährige Adrian Friedrichs (Stadtkirchengemeinde), die ältesten Vertreter sind 72 Jahre alt. Der Frauenanteil liegt bei 47 Prozent. Die neuen Presbyter der zehn Gemeinden werden am 4. oder 11. März in ihre Ämter eingeführt. asc