Die Kindertagesstätte Theresienstraße ist gerettet, doch der zweigruppigen Einrichtung stehen tiefgreifende Veränderungen bevor. Zum 1. April bekommt die evangelische Kita mit dem Verein Advent-Kindergarten einen neuen Träger. Zudem wird sie für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren (U3) umgebaut. Gestern Abend wurden die Eltern im Gemeindehaus an der Tersteegenstraße informiert. Die Gemeinde Ketzberg gibt die Trägerschaft für den Kindergarten ab, weil sie sich den Eigenanteil nicht mehr leisten kann.
Mit der Übernahme wird das Ende des Kindergartens verhindert. Er sollte 2013 geschlossen werden, weil trotz verschiedener Spendenaktionen kein tragfähiges Konzept gefunden wurde.
Mit dem Advent-Kindergarten trat 2011 jedoch ein Interessent an die Ketzberger heran, der die Einrichtung fortführen wollte. Der Verein betreibt bereits neun Kindertagesstätten in vier Bundesländern, unter anderem eine an der Kreuzweger Straße in Wald. „Wir sind als freier Träger darauf spezialisiert, Kitas zu betreiben, die andere nicht mehr betreiben können“, sagt der Geschäftsführer Dr. Manfred Denkert. Der Verein sei zwar aus dem Umfeld der Adventistengemeinde, einer evangelischen Freikirche, entstanden – aber unabhängig. Es gebe Mitarbeiterinnen aus allen Konfessionen. Das Besondere: Die Mitglieder des Trägervereins sind neben Denkert die Leiterinnen der einzelnen Einrichtungen. Sie müssen auch dafür sorgen, dass ihr Kindergarten wirtschaftlich geführt wird.
Während des Umbaus müssen Kinder und Erzieherinnen umziehen
Für Kinder und Eltern soll sich nicht viel ändern. So wolle man am pädagogischen Konzept weitgehend festhalten, sagt die Erzieherin und zukünftige Leiterin Franca Mastronicola. Den vier Mitarbeiterinnen der Kita wurde das Angebot gemacht, unter dem neuen Träger weiterzuarbeiten – allerdings zu finanziell etwas schlechteren Konditionen, wie Manfred Denkert einräumt. Sie müssen sich bis Juni entscheiden.
Im April beginnt der Umbau. Weil der beim laufenden Betrieb nicht möglich ist, ziehen Kinder und Erzieherinnen bis zum Ende des Kindergartenjahres im Juli vorübergehend in die ehemalige Kita Margaretenstraße um.
Pfarrerin Büker-Benedens bedauert zwar, dass die Gemeinde den Kindergarten aufgebe, „aber die Bindung soll ja bleiben“, betont sie. asc