ST-WOHLTÄTIGKEITSAKTION Marie K.: „Ich lasse die Krebs-Krankheit vor die Wand fahren.“
Von Monika Krebs
In der Dusche fiel er ihr auf: ein Pickel auf der Haut. Nicht spektakulär. Doch er wurde schnell größer. Marie K. (der Name ist von der Redaktion geändert) ging zunächst zum Hautarzt, dann zum Frauenarzt. Allmählich machte sich Unruhe breit. Und Marie K. überlegte sich, wie sie sich wohl verhalten würde, bekäme sie eine schlimme Diagnose. „Wenn mir gesagt würde, ich hätte Brustkrebs, würde ich mir sofort die Brust abnehmen lassen“, war sich Marie K. sicher. Das war 2009.
Marie K. war also nicht ganz unvorbereitet, als ihr Arzt ihr eröffnete: „Sie haben Brustkrebs.“ Zunächst erhielt Marie K. Chemotherapie und Strahlenbehandlungen, dann folgte die Operation: so, wie sie es sich „im Notfall“ vorgenommen hatte.
Zunächst schien die Krankheit besiegt. Doch ein halbes Jahr später kam es noch schlimmer: Bei Marie K. wurden inoperable Leber- und Knochenmetastasen festgestellt.
Jetzt brach die gesamte Lebensplanung zusammen. Marie K., die ein chronisch krankes Kind allein großgezogen hat und nach langer Arbeitslosigkeit 2007 so glücklich war, wieder eine Arbeitsstelle gefunden zu haben und ihren Lebensunterhalt selbst verdienen zu können, stand wieder vor einem Aus. Die Krankheit nahm ihr alle Kraft. Sie musste ihre Arbeit wieder aufgeben und ihren Sohn in eine Einrichtung geben, in der er versorgt wird und eine Ausbildung machen kann. Eine Zeit lang waren die Schmerzen so unerträglich, dass Marie K. das Haus nicht mehr verlassen konnte.
Heute sagt Marie K., dass sie sich mit ihrer Krankheit abgefunden hat. „Ich habe eine schlimme depressive Phase hinter mir. Ich bin doch erst 44 Jahre alt.“ Sie sage sich immer wieder, dass schließlich nicht jeder uralt werden könne. Aber sie lasse auch den Kopf nicht hängen, vertraue ihren Ärzten, die alles täten, um ihr zu helfen, trotz der Metastasen, die sich im Körper ausgebreitet haben: „Ich lebe mein Leben weiter und lass’ meine Krankheit an die Wand fahren.“ Sie kämpft gegen die Krankheit, aber nicht mit allen Mitteln. Sie will keine Therapien, die wieder mit Haarausfall verbunden sind und sie so schwächen, dass ihr Leben nicht mehr lebenswert wäre. „Wenn es so bleiben würde wie jetzt“, sagt sie voller Lebensmut, „ja, das wäre gut“.
Schön wäre auch, wenn ihre finanzielle Situation entspannter wäre. Marie K. lebt von einer kleinen Rente und Grundsicherung, vom Existenzminimum. Da ist jede unumgängliche Anschaffung ein harter Schlag, bedeutet weitere Einschränkungen. Marie K.: „Ich weiß nicht, wo ich noch sparen könnte.“
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