THEATER MITTENDRIN Für „Maries Reise“ gab es in der ausverkauften Aula Am Hammer langen Applaus.
Leichlingen. Die 400 Plätze der Aula Am Hammer waren ausverkauft - für beide Veranstaltungen. „Wir haben sogar Besucher abweisen müssen“, staunt Theaterpädagogin Marion Bryx. Am Samstag startete die Premiere von „Maries Reise“ des Theaters Mittendrin mit jungen Menschen mit und ohne Behinderungen.
Im Mittelpunkt steht die Familie Nomann-Fröhlich, die in den Urlaub startet. Alles klappt, allerdings wird Marie zu Hause vergessen. Also reist das behinderte Mädchen alleine hinterher, landet in der falschen Stadt, wird durch eine Vulkanaschewolke aufgehalten, erlebt „Big Brother“ und ein Spielcasino und wird auf diesen Umwegen sogar reich.
Ein witziges, gut geschnittenes Stück mit Nachdenklichkeiten, bei dem keine Langeweile aufkommt. Im Mittelpunkt Anna Ring als Marie, die in weiten Strecken das Stück allein auf der Bühne bestreiten muss und diese Rolle hervorragend und überzeugend ausfüllt. Für Begeisterung sorgte besonders Vater Harry (Julian Göpel), der immer nur „seine Ruhe“ haben wollte.
Seit März hat die Gruppe das Stück selbst entwickelt
Das ganze Ensemble leistete Hervorragendes. „Die Gruppe hat das Stück seit dem Start im März selbst entwickelt“, berichtet Regisseurin Bryx stolz. „Die Darsteller sind in der Zeit über sich selbst hinausgewachsen.“ So wie Erik Körmann, der unter Autismus leidet. „Erik hat am Anfang nur rumgestanden und zugehört. Und jetzt hat er sich von mir sogar führen und anleiten lassen“, erzählt Mitspieler Bastian Rendel (18) glücklich.
Außerdem habe Erik, der kaum kommuniziert, einen Großteil der Texte geschrieben. „Das war der totale Hammer mit denen“, ist Bastian begeistert. Erik drückt es in einem schriftlichen Feedback anders aus: Das Spielen sei „leicht“ gewesen. Das Leben habe „viel mehr“ Fragen. Die Gruppe bekam minutenlange Standing Ovations. sf