PRESBYTERIUMSWAHL Gestern konnten Gemeindemitglieder ihre Stimme abgeben.
Von Birthe Rosenau
Leichlingen. Ursula Baumann überfliegt die Namen auf dem Wahlzettel. „Da sind viele neue dabei“, sagt sie. „Aber wir werden schon die zwölf Richtigen aussuchen“, ist sie sicher. So wie sie und ihr Mann Willi Baumann haben sich gestern viele Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde auf den Weg ins Gemeindehaus an der Marktstraße gemacht, um das neue Presbyterium zu wählen.
„Gleich nach dem Gottesdienst war der Andrang besonders groß“, berichtet Pfarrerin Petra Steffen. Eine lange Schlange hatte sich da vor den beiden Wahlkabinen gebildet. Einige der Kirchgänger nutzten die Wartezeit, um bei einer Tasse Kaffee und einer Waffel an einem der Tische im Gemeindesaal ein Schwätzchen zu halten. Um die Mittagszeit ebbte der Andrang etwas ab. „Es sieht aber alles nach einer super Beteiligung aus“, sagt Steffen.
Zwei Presbyter aus dem aktuellen Kirchenvorstand waren ausgeschieden: einer aus Altersgründen, der andere wegen beruflicher Veränderungen. Da sich mit 14 Menschen zwei mehr als benötigt für das Gremium zur Verfügung stellten, musste die Gemeinde entscheiden. „Es ist sehr schön, dass wir die Wahl haben. Das ist nicht mehr überall so“, sagt die Pfarrerin. Besonders freut sie, dass sich auch jüngere Menschen hatten aufstellten lassen.
„Zum Beispiel sind zwei Mütter dabei, die auch noch berufstätig sind und sich zudem hier engagieren. Davor habe ich wirklich Respekt“, sagt sie. Natürlich sei es auch in ihrer Gemeinde immer schwieriger, ehrenamtliche Helfer zu finden. „Man übernimmt Verantwortung. Und natürlich kostet es auch Zeit“, betont sie.
Den Wählern an diesem Nachmittag ist sehr bewusst, dass die Presbyter in den kommenden Jahren viele wichtige Entscheidungen treffen werden: etwa über Finanzen, den Kindergarten und Personal. Daher ist es auch für Erika Neumann (78) eine Selbstverständlichkeit, ihre Kreuze zu machen. „Es ist ja auch wichtig, dass die Kirche bestehen bleibt“, sagt sie. Ein 75-jähriger Wähler betont: „Mir ist das hier sehr wichtig. Wenn ich schon eine Stimme habe, dann muss ich sie auch nutzen.“