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28.01.2012 12:18
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Hip-Hop-Tanz in schnellem Tempo

Von Marina Dirks


Jugendliche sitzen auf dem Boden, dehnen sich, Kinder reden aufgeregt miteinander, Hip-Hop-Musik erschallt. Es ist Sonntagmorgen, halb elf und etwa eine Stunde vor Castingbeginn in der Tanzfabrik Solingen. Hauptziel: potenzielle Tänzer für Turniergruppen finden.
Die Atmosphäre ist locker, die Jury professionell. Zu ihr gehören Baran Aydin und Salvatore Romano – beide bereits ausgezeichnete Trainer der Tanzfabrik – sowie Dnice, der unter anderem Backgroundtänzer bei Beyoncé sowie Choreograf bei X-Factor war.
Zunächst werden die Castingteilnehmer in Altersgruppen eingeteilt und studieren mit einem der Coaches eine Choreografie ein. Dnice ist für die Gruppe ab Jahrgang 1996 zuständig. „Der Tanz ist eigentlich nicht so schwer, aber das Tempo ist ziemlich schnell“, sagt Teilnehmerin Sina (16). Und auch für Josefine (29) ist das Training eine aufregende Angelegenheit. „Wir haben nur eine halbe Stunde Zeit, und kennen den Tanzlehrer nicht. Jeder hat ja seinen eigenen Stil.“


„Wenn ihr auf die
Fläche kommt, macht
Party. Und immer
lächeln und lachen.“
Dnice, Coach

Dann startet das Casting. Für die Entscheidung der Jury zählen neben einer guten Technik und schneller Auffassungsgabe die Ausstrahlung und Präsenz des Tänzers auf der Tanzfläche. Dnice hebt bereits im Coaching hervor: „Wenn ihr auf die Fläche kommt, macht Party! Auf jeden Fall nicht einfach rumstehen. Und immer lächeln und lachen.“ So wie er selbst.

TURNIERGRUPPE

IDEE Die Tanzfabrik möchte in jeder Altersklasse eine Turniergruppe mit 15 Personen gründen.

MITMACHEN Wer Interesse daran hat, in die Turniergruppe aufgenommen zu werden, kann zu einem Probetraining oder Vortanzen kommen.
KONTAKT Tanzfabrik, Weyerstraße 289, Telefon 2 30 79 11


In Gruppen wird die Choreografie zwei Mal vorgetanzt. Am Ende tanzen alle Teilnehmer der jeweiligen Altersklasse zusammen die Choreografie. Zur Überraschung aller soll dann noch auf ein „unbekanntes“ Lied „Freestyle“ (ohne Vorgabe einer Choreografie) getanzt werden.
Um den Kleinen die Hemmungen zu nehmen, stellt sich Dnice spontan dazu und tanzt mit. Eines der Mädchen nimmt er an die Hände, um es aus der Reserve zu locken.
Nachdem alle Teilnehmer dran waren, werden die sechs Besten genannt, schließlich – nach nochmaligem Vortanzen – die top Drei.
In der Hauptgruppe (Jahrgang 1996 und älter) dürfen die drei Besten auf eigene Musik tanzen. Zu ihnen zählen Lorenzo, bereits Choreograf, aus Hannover, und Lina aus Düsseldorf, die beide beim Casting von Beginn an positiv aufgefallen waren, sowie Carmen. Am Ende setzt sich Lina durch und freut sich über ihren ersten eigenen Pokal, auf dem auch ihr Name stehen wird.
Die Nachwuchstänzer und Tänzerinnen hoffen bei einem solchen Event auf Chancen. „Mich hat zwar noch keiner angesprochen, aber wenn was kommt, wäre das natürlich super. Für Auftritte und ähnliches würde ich auch gerne hierher kommen. Nur für das Turniertraining schaffe ich das wohl nicht“, sagt Lina. Auch Julia Kluge (11) gehört zu den Auserwählten (Jahrgang 1997-2001). Sie ist „überrascht und sehr glücklich“ und möchte in Zukunft gerne in der Turniergruppe trainieren.
Bei den Jüngsten (2001 bis 2004) macht Kristina Paric (11) das Rennen. Überwältigt von ihrem Sieg, weinte sie sogar vor Freude. „Das hätte ich mir nie erträumt“, sagt sie. Auch Mama Ilinka ist stolz, denn ihre Tochter tanzt erst seit Januar Hip-Hop in in der Tanzfabrik.