FUSSBALL Last-Minute-Tore: Vatanspor 2:2 beim ASV Wuppertal.
Von Martin Auer
„Vom Spielverlauf her geht der Punkt schon in Ordnung“, schluckte Vatanspor-Trainer Ali Soysal seinen Ärger medienerfahren gleich nach dem Abpfiff runter. Klar, der 2:2-Auftakt als Aufsteiger beim Bezirksliga-Favoriten ist kein schlechtes Ergebnis. Aber wenn man in der 90. Minute in Führung geht und dann dem Gegner nur 15 Sekunden später mit einem halben Eigentor den Ausgleich schenkt . . .
Missverständnis zwischen Can und Yücsel
Kapitän Orhan Cam war der vermeintliche Matchwinner, als er in letzter Minute einen verlängerten Eckball von Erdim Soysal am langen Pfosten zum 2:1 über die Linie drückte. Vom Anstoß droschen die Wuppertaler den Ball blind in den Solinger Strafraum. Verteidiger Bahadir Can verlängerte den Ball mit dem Rücken zum Tor über seinen herauslaufenden Keeper Yasin Yücsel. ASV-Stürmer Taufik Butziak, der sich dann in einer Minute Nachspielzeit noch Rot abholte, staubte zum glücklichen 2:2-Endstand für die Wuppertaler ab.
Vatanspor hatte am Samstag auf dem ASV-Naturrasen gut begonnen, ließ nach einer Viertelstunde aber nach. Die ASV-Führung durch Philipp Lange (32.) war zur Pause verdient. Bei Vatanspor offenbarte vor allem die Abwehr Schwächen. Libero Heiko Senyürek zeigte eine starke Partie, seine Nebenleute zwangen den Routinier aber viel zu oft in frühe Zweikämpfe.
Nach dem Wechsel sicherte sich Vatanspor 70 Prozent Ballbesitz, gute Chancen gab es aber erst in den letzten zehn Minuten. Da war Vatanspor bereits in Überzahl, nachdem sich ein ASV-Stürmer innerhalb von drei Minuten für zwei Schwalben Gelb-Rot eingehandelt hatte. Zum Ausgleich reichte es allerdings erst in der 85. Minute. Der eingewechselte Erdim Soysal zog einen Freistoß scharf vors Tor. Irgendwie landete der Ball bei Ben Ramuschat, der aus kurzer Distanz zum 1:1 vollstreckte. Das reichte den Solingern nicht. Sie setzten nach und hätten noch vor Cams Führungstreffer durch den ebenfalls eingewechselten Youngster Tunahan Okumus das 2:1 machen können.